Minolta AF 16mm f28 Fisheye Minolta AF 16mm f28 Fisheye qs Minolta AF 16mm 1:2.8 Fisheye

 

Ursprünglich für metereologische Überwachungsaufgaben konstruiert, wurden die Fisheyes in den 1960er-Jahren rasch von der Werbung adaptiert. Der Effekt nutzt sich jedoch bald ab. Gute Fisheye-Aufnahmen sind selten, denn das Objektiv verlangt nach einer sorgfältigen Bildgestaltung, um nicht effekt-hascherischzu wirken. Interessanterweise fallen die 180° Blickwinkel bei Landschaftsaufnahmen, die keine geraden Linien enthalten (oder bei denen sie durch den Mittelpunkt gehen), nur wenig auf.

Die optische Konstruktion des aktuellen Sony-Fisheye beruht auf dem 1968 eingeführten Minolta MC 2.8/16mm Fisheye, das als erstes formatfüllendes Fischaugen-Objektiv mit der Lichtstärke 2.8 aufwarten konnte. Nach einem kurzen Exkurs mit einem etwas leistungsschwächeren Minolta MD 2.8/16 mm griff Minolta am Anfang der AF-Ära wieder auf die bewährte Rechnung von 1968 zurück; siewurde inzwischen von Sony mit umweltfreundlichen Gläsern ausgestattet.

Die Optik ist klein, grundsolide gebaut und durch die grossen Glasvolumina auch überraschend schwer. Sie liegt an der α900 perfekt in der Hand, vor allem in Kombination mit dem Vertical Grip. Ein eingebauter Filter-Revolver enthält zusätzlich zur neutralen Normalstellung die drei Filter 056 (Orange), B12 (Konversionsfilter Blau) und FLW (Konversionsfilter Fluoreszenzlampen bzw. bei neueren Modellen A12).

Sowohl Detailauflösung als auch Kontrast sind bereits bei f2.8 über 90% desBildfeldes sehr gut. Nur die äussersten Ecken zeigen bei Offenblende deutliche Unschärfen. Für eine gute Eckschärfesollte man auf f5.6 abblenden, perfekte Resultate erhält man bei f11. Der Mikrokontrastist ist bereits bei Offenblende sehr hoch. Bei Innenaufnahmen kann es zu flares und Reflexen kommen - speziell dann, wenn wenige, kleine Lichtquellen vorhanden sind. Die Vignettierung ist für ein System mit180° Abbildungswinkel überraschend gering; nur bei f2.8 kann sie störend in Erscheinung treten. Bereits ab f4 ist sie in der bildmässigen Fotografie nicht mehr sichtbar. Leichte chromatischeAberrationen sind vorhanden, aber wenig störend, und das Bokeh - bei f2.8 leichtkringelförmig - wird ab f4 wesentlich ruhiger. Koma tritt praktisch nicht auf.

Falls gewünscht, kann man mit Korrekturprogrammen (z. B. PTLens oder Rect-Fish) die typische Fisheye-Charakteristik herausrechnen; man erhält dann Bilder, die dem eines rektilinear abbildenden Objektivs von ca. 13 mm Brennweite entsprechen.

 

Baujahre Minolta ab 1986, Sony ab 2006
Linsen/Glieder 11/8
Länge/Durchmesser 66/75 mm
Gewicht 400 g
Naheinstellgrenze 0.2 m
Filter 056, A12 (oder FLW), B12
Bauweise hochwertige Metallfassung
Fokussierung Stangen-AF