Minolta löste 1974/75 das lichtstarke, neunlinsige MC 2.5/28 mm (1968) durch ein siebenlinsiges MC 2.8/28 mm und ein zehnlinsiges MC 2/28 mm ab. Das siebenlinsige MD 2.8/28 mm wurde seinerseits 1983 durch eine vereinfachte fünflinsige Variante ersetzt. Während rund eines Jahrzehntes waren die 2.8/28er die "Brot-und-Butter-Linsen" im Weitwinkel-Bereich, und sie wurden in grossen Stückzahlen gefertigt.

Der Siebenlinser hat am 24 MP Vollformat (Sony A7 II) eine bemerkenswert gute Leistung. Abgesehen von der Vignettierung, die bei f2.8 deutlich sichtbar ist, kann das Objektiv bedenkenlos bei Offenblende eingesetzt werden. Duch Abblenden steigert sich allenfalls der Kontrast in den Bildecken; die Detailauflösung ist schon bei Offenblende da. Die chromatischen Aberrationen sind gering. Auch die Verzeichnung ist praktisch nicht wahrnehmbar, was bei Architekturaufnahmen ein grosser Vorteil ist.

Das Minolta 2.8/28 mm [7/7] geniesst in all seinen Fassungsvarianten einen sehr guten Ruf. Zumindest an 16 MP APS-C-Kameras kommt es allerdings nicht ganz an die Leistung des früheren MC 2.5/28 mm heran; es zeichnet bei allen Blenden aber etwas detailreicher als das 1975 eingeführte MC 2/28 mm.

Das Minolta MD 2.8/28 mm [5/5] von 1983 wird allgemein deutlich schwächer eingestuft als die siebenlinsige Variante. An APS-C ist seine Abbildungsleistung allerdings kaum vom Siebenlinser zu unterscheiden. Möglicherweise zeigen die Randbereiche am Vollformat signifikante Unterschiede.

Beide Varianten des 2.8/28 mm sind an APS-C deutlich sichtbar besser als die frühen siebenlinsigen MC 3.5/28 mm von 1966 und 1969. Das fünflinsige MC/MD 3.5/28 mm erreicht in etwa dieselbe Leistung wie die beiden 2.8/28 mm Objektive.


Test an 16MP APS-C

 

Minolta 28mm f28 MC-X MINOLTA 28mm 1:2.8 (7 Linsen / 7 Glieder)

 

Fassungen: MC-X (1975), MD-I (1977)
Minolta 28mm f28 MD-II pic2 MINOLTA 28mm 1:2.8 (7 Linsen / 7 Glieder)

 

Fassung: MD-II (1978)
Minolta 28mm f28 MD-III Minolta 28mm f28 MD-III 7L pic MINOLTA 28mm 1:2.8 (7 Linsen / 7 Glieder)

 

Fassung: MD-III (1981)
Minolta 28mm f28 MD-III 5L pic2 MINOLTA 28mm 1:2.8 (5 Linsen / 5 Glieder)

 

Fassung: MD-III (1983)

 

 

 

"Soweit ich weiss, gibt es nur zwei Konstruktionen vom 2.8/28. Fast alle Objektive draussen, sind die 7/7 Konstruktion, die ich für sehr gut halte. Spätestens ab F/5.6 sind diese eher besser als das 2/28, das in aller Regel gelobt wird. Nach meiner Meinung sind die alten MC 2.5/28 ein wenig schwächer als die 2/28 und 2.8/28."

"Die allerletzte Version (Nr. 50 nach der Nomenklatur von Dennis) ist angeblich eine Gurke. Ich selbst besitze Nr. 46, das ich gegen 39, 42 und 43 (auch in meiner Sammlung) getestet habe. Bei Blende 5.6 ist mein MD W.Rokkor 2.8/28 dem 2/28 ganz leicht überlegen. Bei Blende 8 sehe ich keinen Unterschied. Bei F/4 ist es unentschieden (aber unterscheidbar), nur bei F/2.8 ist das lichtstärkere 2/28 eindeutig besser als das 2.8/28."

"Eine schlechte Publicity hat das letzte 2.8/28, das eine 5/5 Konstruktion ist. Bei meinem Test mit 4 m Objektdistanz war es allerdings nicht schlecht. Ich kann mir da höchstens vorstellen, dass es bei unendlich vielleicht schlechter ist (wenn die Bildebene nicht so gerade ist, wie bei der aufwendigeren 7/7 Konstruktion). Aber da kann ich nur spekulieren, da ich das Objektiv in einem Anfall von "Die Sammlung muss kleiner werden"-Wahn leider verkauft habe. Ich hab's zwar gleich bereut - aber das Objektiv ist weg. Wenn man die Brennweite mag, würde ich die Anschaffung des MD W.Rokkor 2.8/28 unbedingt empfehlen. Es ist normalerweise für schlappe 30 Euro zu haben."

"Ich fand mein Ergebnis erstaunlich, dass das MD W.Rokkor 2.8/28 in 7/7 (46 oder 47) trotz einfacherer optischer Konstruktion besser ist als die MC W.Rokkor 2.5/28 in 9/7 (42 und 43). Da muss dann ja wohl ab 1973/74 besser geeignetes Glas zur Verfügung gestanden haben"

ChristophPeterS. (www.mi-fo.de)

 

"Wenn Du von vorne auf das Objektiv schaust, dann hat der 7-Linser einen kleinen abgesetzten Ring um die Frontlinse, während beim 5-Linser die Kunststoff-Manschette dirket bis zur Frontlinse reicht. Das hier ist der 7-Linser in der letzten Version mit 9er-Seriennummer. Der 5-Linser hatte eine 8er-Seriennummer, davor kam wieder der 7-Linser mit 7er-Nummer abwärts. So, wie ich das sehe, gönnte sich Minolta einen kurzen Ausflug mit dem 5-Linser (vielleicht auch eine Fremdfertigung?) aber ganz spät war dann doch wieder überall nur der 7-Linser gelistet."

Dennis (www.mi-fo.de)

BEMERKUNG: BEI DEN OBIGEN ANGABEN SCHEINT EINIGES DURCHEINANDER GERATEN ZU SEIN. IN TAT UND WAHRHEIT HAT DER 5-LINSER EINEN KLEINEN ABGESETZTEN RING UM DIE FRONTLINSE, DER 7-LINSER HINGEGEN NICHT. ZUDEM SIND BEI MI-FO MEHRERE 5-LINSER MIT SERIENNUMMER 9... BESCHRIEBEN. AUCH MEIN 5-LINSER BEGINNT MIT 9... AUSSAGEKRÄFTIGE BILDER SIEHE HIER: Links der 7-Linser, rechts der 5-Linser (www.mi-fo.de)

"Die letzte Version des Minolta 28mm MD 1:2,8 ist ein Fünflinser - und deutlich schlechter - im Gegensatz zu seinen siebenlinsigen Vorgängern"

fwiesenberg (www.mi-fo.de)