Das Minolta MD 1.2/50 mm - nicht schwerer als das alte MC 1.4/50mm - löste ab 1978 das legendäre Minolta MC 1.2/58 mm ab, das seit 1968 gefertigt worden war. Das MD 1.2/50 mm ist als Modifikation des klassischen Zeiss Planar aufgebaut, wobei das vordere Dublett des Planars in Einzellinsen aufgelöst und die hinterste Linse zwecks Reduktion der sphärischen Aberrationen in zwei Einzellinsen aufgespalten wurde. Diese sechsgliedrige Konstruktion wurde bereits in den 1930er Jahre von Albrecht Tronnier theoretisch untersucht, war aber damals aufgrund fehlender Vergütungen praktisch nicht realisierbar. Canon und Pentax zeigten schon 1968 mit ihren hervorragenden 1.4/50 mm Objektiven erstmals, was mit diesem Prinzip möglich war.

Manche Forenten betrachteten das Minolta MD 1.2/50 mm nach Beobachtungen an analogen Kameras als die schwächere der beiden höchstlichtstarken Minolta-Linsen; allerdings zeigt der Vergleich auf rokkorfiles genau wie meine eigenen Tests an der NEX-5N, dass das neuere MD 1.2/50er dem älteren MC 1.2/58er bezüglich Detailauflösung zumindest ebenbürtig ist. Bezüglich Kontrast - ebenfalls bei f1.2 - ist das MD 1.2/50mm an der NEX-5N sogar sichtbar besser als das 1.2/58mm. Die etwas weichere Wiedergabe des 1.2/58 mm ist aber - insbesondere bei s/w-Portraits! - nicht immer schädlich. Analoges gilt ja für das MC/MD 1.7/85 mm.

Die beiden Varianten (MD-II und MD-III) verhalten sich am 24 MP Vollformat absolut identisch, so dass nicht davon auszugehen ist, dass die Rechnung beim Übergang von MD-II zu MD-III modifiziert wurde.

 

Manchmal fast wichtiger als die Detailauflösung ist - besonders bei einer hochlichtstarken Objektiven - das Bokeh. Aufgrund der kleineren absoluten Öffnung (13.6 cm2 beim 1.2/50mm vs 18.3cm2 beim 1.2/58mm) und des zugleich kleineren Bildwinkels kommt der Hintergrund beim 1.2/58mm sichtbar ruhiger als beim 1.2/50mm. Allerding ist dieser Unterschied nur bei grösseren Abbildungsmassstäben relevant; bei normalen Portraitsituationen und Offenblende tritt er nur noch begrenzt in Erscheinung.

 

 

Minolta 50mm f12 MD-III Minolta 50mm f12 MD-III pic MINOLTA 50mm 1:1.2 (7 Linsen / 6 Glieder)

 

Fassungen: MD-II (1978), MD-III (1981)

 


hatte neulich kurz Gelegenheit, ein 50mm f/1.2 an die NEX zu schrauben - und bin, vor allem auch angesichts des eher lauwarmen Eindrucks, den man aufgrund vieler über die Jahre gesammelter Aussagen zum Nachfolger des 58ers bekommen hatte, doch so positiv überrascht gewesen, dass ich jetzt erwäge, mir im Moment einer auch nur halbwegs günstigen Gelegenheit eins zu besorgen und zu meinem Default-50er zu machen - für Digital wie Analog.

Rob. S., www.mi-fo.de

 

 

"Ich befürchte die bessere Darstellung des MC 1.2/58mm ist wirklich nur subjektiv. Ich (kenne) einige Messkurven und dort sind die Unterschiede eher marginal. Dass das MC so gross und schwer ist, hat mich eher vom Kauf abgehalten als mich ermutigt; das MD ist doch deutlich besser zu handhaben. Nur aus Sammlerleidenschaft interessiere ich mich am MC 1.2, es gilt einen Elch zu fangen. - Aber jedem Tierchen sein Pläsierchen. Fuer mich bitte das MD 1.2/50mm."

Mark, www.mi-fo.de

 

"Meine absolute Lieblingslinse ist das hier so verschmähte 1,2/50 (ja, ich habe auch das 1,4 und zwei verschiedene 1,7). Gerade bei Offenblende finde ich es genial: Das beste, was ich für Portraits kenne!"

clintup, www.mi-fo.de

 

"... zur Wahl stehen das kompakte 50mm MD 1:1.2 oder der "Bokeh-König", das schwere MC Rokkor 58mm 1:1.2. Beim ersteren bin ich noch immer der Meinung, daß es sein Geld nicht Wert ist - da ist man mit einem 1:1.4er besser bedient. Und was letzteres angeht: Der Kenner genießt und schweigt..."

fwiesenberg (www.mi-fo.de)

 

"Ich habe alle drei Objektive - das 1,2/50mm, 1,4/50mm und das 1,7/50mm. Du kannst alle 3 mit Offenblende nutzen, richtig gut sind sie aber ein oder zwei Stufen abgeblendet. Zum 1,2/50mm ich weiß ja nicht, was du vorhast - aber den Preis, den wirst investieren müssen, steht in keinem Verhältnis zum erzielten Nutzen. Das 1,7/50mm hat auf Blende 1,7 sehr ähnliche (wenn nicht gleiche) Abildungsleistungen wie das 1,2/50mm auf 1,7. Ich persönlich nutze eigentlich fast ausschliesslich das 1,4/50mm (die anderen vervollständigen nur mein Set, der Jäger und Sammler). Das 1,2 habe ich mal mit einem defekten Body geerbt und ich habe eigentlich fast nie benutzt... Na ja, also meine Empfehlung wäre in jdedem Fall das 1,4/50 und wenn es nicht so teuer werden darf, dann ist das 1,7/50mm die erste Wahl (mehr als 20€ musst du auf eBay auf keinen Fall dafür anlegen). Das 1,2er wird schon gerne mal für 100€ oder mehr gehandelt und ich weiß nicht ob es das Wert ist."

Mark, www.mi-fo.de

 

MD 50mm/1:1.2 vs MC 58mm/1:1.2: Ganz klar zugunsten des Oldtimers ausgegangen!
Bei Offenblende ist das 50mm fast unbrauchbar. Abgeblendet ist es ok, scheint mir aber hinter den 1:1,4 und 1:1,7 Brüdern herzuhinken. Das 58mm/1:1,2 liefert bei Offenblende zufriedenstellende Ergebnisse und ist mE. abgeblendet durchaus mit den kleineren vergleichbar. Auch wenn das neue 50mm/1:1,2 wesentlich kompakter und leichter ist, schleppe ich mich lieber weiterhin mit dem alten Trümmer ab!

fwiesenberg, www.mi-fo.de

 

"Auch nach neuerlicher Vergleichsmöglichkeit ziehe ich immer noch das alte, schwere 58mm MC Rokkor 1,2 dem 50mm MD 1,2 vor. Gerade bei Offenblende (wozu sollte ich sonst ein 1,2er mitschleppen) hat das MD Schwächen, die sich noch bei Verwendung von der Nahlinse 1 zu potenzieren scheinen. Besonders eine im Vergleich zum alten 58mm recht ungleichmäßige Ausleuchtung und eine flauere Darstellung sind mir negativ aufgefallen."

fwiesenberg, www.mi-fo.de

 


Genau so sieht's bei mir auch aus! Das MC 1,2/58 ist Spitze, die volle Öffnung als vollwertige Available-Light-Arbeitsblende mit nur geringen Einschränkungen (Vignettierung) nutzbar, bei Abblendung exakt genau so gut wie alle anderen. Das MD 1,2/50 hingegen ist eindeutig schwächer, volle Öffnung nur im Notfall mit Ach und Krach brauchbar, abgeblendet den anderen stets ein Schrittchen nachhinkend, erst ab Blende 5,6 - 8 die anderen einholend.

Andererseits kommt Antony Hands in seinem Vergleichstest zu etwas anderen Ergebnissen. Bei ihm ist das MD 1,2/50 dem MC 1,2/58 minimal überlegen. So kann's kommen ... einerseits gibt's da die Serienstreuung, andererseits unterschiedliche Zustände. Alte Objektive haben oftmals viel mitgemacht, und so manches Ereignis verbessert die optische Leistung des betroffenen Einzelexemplars nicht gerade ...

O1af, www.mi-fo.de

 

ANMERKUNG SK: Zumindest an der NEX-5N zeichnet das MC-II 1.2/58mm @ f1.2 sichtbar flauer als das MD-III 1.2/50mm, da das MC 1./58mm deutlich stärkere longitudinale Chromatische Aberrationen hat (LoCAs) hat. Die paradoxen Beobachtungen lassen sich möglicherweise dadurch erklären, dass das MC 1.2/58mm stärkere sphärische Aberrationen als das MD 1.2/50er hat. Dies führt dazu, dass auch bei leichter Fehlfokussierung (mangelnde Filmplanlage!!) ein relativ scharfes Kernbild erhalten bleibt, währenddem beim 1.2/50er - das weniger sphärische Aberrationen zeigt - eine leichte Abweichung von der optimalen Filmplanlage bereits zu stärkeren Unschärfen führt.

 

"Das 1.2/50 schattet ab, bei Offenblende, aber mal ehrlich wo verwende ich den das Objektiv mit Offenblende, wohl kaum bei strahlend baluem Himmel oder? Das schaffe ich nicht mal mit nem APX25. Meistens doch drinnen und an dunkleren Plätzen, wo die Vignettierung nicht soo störend ist. Daher war mir die Abbildung an sich, Kontrast, Verzeichnung, wichtiger als die Vignettierung, die sicher zwei Blenden beträgt. Anders herum, das MC vignettiert auch ganz schön. Selbst das Noctilux vignettiert, ich glaube es gibt kein Objektiv dass das bei f1.2 nicht tut. Ich bleibe dabei, mir ist das gute MC zu schwer, ich nutze lieber bei genügend Licht das 1.4/50 MD oder 1.4/55 MC und nur wenn ich die f1.2 wirklich benötige das MD an der XD."

Mark, www.mi-fo.de

 



Minolta-Forum: Thread zum Minolta MD 1.2/50 mm und 1.2/58 mm

APHOG: Thread zum Minolta MD 1.2/50mm

 

Übersicht über die Minolta Normalobjektive im SR-System